Geschichte der Burg Düben

 


Burg Düben / Justiz- und Rentamt
Ansicht um 1850 / Zeichnung: H. Müller

Aus Richtung Leipzig kommend erhebt sich hinter der Muldebrücke linker Hand der etwas gedrungene Wachtturm der Burg Düben. Der ,,Lug ins Land“ stellt das älteste Gebäude (1206) im Burgareal dar; er wurde am Ende des Mittelalters auf alten Fundamenten aus Back-, Bruch- und Raseneisensteinen errichtet. Daneben erblickt man das Haupthaus um 1780 als Justiz- und Rentamt der Stadt Düben erbaut, welches von 1997 - 1999 aufwendig saniert wurde. Aber die Geschichte der Burg, die seit 1953 das Landschaftsmuseum der Dübener Heide beherbergt, reicht viel weiter zurück.

Bei der Auflösung des Bistums Merseburg 981 wurde die Burg Düben erstmals mit dem slawischen Namen Dibni in schriftlichen Quellen erwähnt. Durch ihre günstige Lage an einem alten Handelsweg diente sie neben dem Schutz des Muldeübergangs auch als Herrschafts- und Verwaltungsmittelpunkt für eine Reihe von Gemeinden, die den ehemaligen slawischen Burgbezirk bildeten.

Um 1200 gründeten flamische Einwanderer neben der Burg die Gemeinde Neumark, fränkische und sächsische Siedler übernahmen slawische Gehöfte und bildeten so die Stadt Düben. In der Adelsfehde zwischen den Brüdern Friedrich und Wilhelm von Thüringen wurde die Burg Düben 1450 vollständig zerstört. Unabhängig von der Verwaltung der Stadt richtete man 1530 den kursächsischen Amtssitz Düben auf der Burg ein und übte Gerichtsbarkeit aus. Aufgabe des Amtmanns war die kommunale Verwaltung des Amtsbezirkes. 1554 bekleidete Philipp Melanchton junior dieses Amt in Düben. Auf der Burg Düben begannen 1532 die Kohlhaseschen Händel, die fast 10 Jahre ganz Nordsachsen in Unruhe versetzten. Ein Gerichtstag in der Burg Düben verurteilte den Junker von Zaschnitz 1533 zu Schadensersatz, aber dieser erfüllte das Urteil nicht. Deshalb sagte Kohlhase dem Lande Sachsen die Fehde an und führte einen Kleinkrieg, bis er in Berlin ergriffen und 1540 hingerichtet wurde. 100 Jahre später, am 15. September 1631, besiegelten hier der Schwedenkönig Gustav Adolf II., der brandenburgische (Georg Wilhelm) und der sächsische Kurfürst (Johann Georg) ein Bündnis gegen den katholischen Kaiser und besiegten dessen Feldherrn Tilly wenige Tage später in der Schlacht bei Breitenfeld (nördlich von Leipzig). Während des 30jährigen Krieges wurde die Stadt Düben 1631, 1637 und 1641 gebrandschatzt, zerstört und verwüstet.

Am 10. Oktober traf Napoleon in Düben ein. Die Burg wurde Hauptquartier der großen französischen Armee. In Zweifel und Ungewissheit hat hier Napoleon nach eigenen Angaben die schrecklichsten Tage seines Lebens verbracht. Als er nach drei Tagen erfuhr, dass sich Blücher bei Halle befand, ließ er sein Heer von der angesetzten Marschrichtung gegen Berlin umkehren und auf Düben zurückmarschieren. Am Morgen des 14.10.1813 gab Napoleon schließlich die Aufmarschbefehle und verließ gegen 7 Uhr mit dem Generalstab die Burg Düben.


Burg Düben um 1910

1949 gründete sich unter dem bekannten Heimatforscher Willy Winkler eine Arbeitsgemeinschaft der Burg- und Heimatfreunde mit der Intention, in der Burg Düben ein Landschaftsmuseum einzurichten. Als am 1.8.1951 die Burg Düben von der Regierung Sachsen- Anhalt‘s der Stadt Bad Düben übereignet wurde, war der Weg frei.